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„Wir sind anders als ihr – na und? Das macht das Leben bunt!“

Sprach-Kitas aus Köln und Bergisch Gladbach haben bei einem Video zum bundesweiten Aktionstag „Klischeefreie Vielfalt in Kitas" am 05. Juni mitgewirkt.

Familien aus aller Welt bereichern das Kita-Leben

"Ich bin anders als Du - na und?"

Vielfalt aus der Vogelsperspektive

„Wir leben Vielfalt in unserer Kita, weil es die Welt spannend, abwechslungsreich und lebendig macht!“ So heißt es in einem Video zum bundesweiten Aktionstag „Klischeefreie Vielfalt in Kitas" am 05. Juni. „Wir sind anders als ihr – na und? Das macht das Leben eben bunt“ singen Kinder, Eltern und Erzieherinnen des Kita-Verbundes, den die Fachberaterin Eireen Johne betreut.

Im Rahmen des Bundesprogramms „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ arbeitet sie mit Kitas und Familienzentren unter anderem zum Thema „Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung“ und schult die Teams. Zu ihrem Verbund gehören 13 Einrichtungen, davon fünf in Trägerschaft des Diakonischen Werkes Köln und Region, bei dem Eireen Johne auch angestellt ist.

Bei der Gestaltung des Filmes beteiligten sich die Diakonie-Kitas Buchholzstraße in Köln-Stammheim, Neue Kempener Straße in Köln Mauenheim, die Diakonie-Familienzentren PiccoPänz in Köln-Holweide und Bilderstöckchen, der „St. Klara Kindergarten“ der Franziskannerinnen in Bergisch-Gladbach, die Kita „Die wilden Füchse“ des Bürgerschaftshauses Bocklemünd e.V. und die Kita Görlinger Zentrum des Evangelischen Kindertagesstättenverband Köln-Nord.

Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung

„Unser Verbund von Kindertageseinrichtungen im Bundesprogramm Sprach-Kitas setzt sich bereits seit 2016 intensiv mit der vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung auseinander“, erläutert Eireen Johne. Gefragt ist die Auseinandersetzung mit Vorurteilen und Klischees, aber auch mit der eigenen Sozialisation und Haltung und der persönlichen Stellung im Machtgefüge. Die Frage, welchen Einfluss Stereotype und Vorurteile auf die kindliche Identitätsentwicklung haben, spielt eine wesentliche Rolle.

„Es ist uns ein großen Anliegen durch unsere Statements ein Zeichen für qualitätsvolle frühkindliche Bildung aber auch Verantwortung zu setzen und damit den bundesweiten Aktionstag zu unterstützen“, sagt Johne mit Blick auf das von ihr zusammengestellte Video: https://youtu.be/zzxHBh9O4Jc

 

„Vielfalt in unserer Einrichtung bedeutet für mich, über den Tellerrand hinauszublicken. Rassismus wird nicht angeboren“, sagt eine Erzieherin mit blauem Kopftuch. Für einen Erzieher mit Gitarre bedeutet Vielfalt „mehr als nur Volkslieder, sondern ein breites Angebot an gutem Sound“ und für die Mitarbeitern, die jeden Tag frisch kocht, bedeutet Vielfalt: „vielversprechende Küche statt ödem Einheitsbrei“. Am Ende des fünfminütigen Films stellen sich Kinder, Erzieherinnen, Eltern der Kita „Die wilden Füchse“ und Passanten im Görlinger Zentrum zu dem Wort Vielfalt auf, gefilmt von einer Drohne aus der Vogelperspektive.

Verschiedene Lebenswelten sichtbar machen

Die Praxisinhalte der vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung beziehen sich unter andrem auf die Materialien: Gibt es Bücher in verschiedenen Sprachen und Bücher, die die verschiedenen Lebenswelten der Kinder wiederspiegeln wie Patchwork-Familien, gleichgeschlechtliche Eltern, Flucht, Armut, Behinderung? Gibt es Puppen mit unterschiedlicher Hautfarbe? Wie werden verschiedenen Sprachen veranschaulicht? Werden Spielideen aus anderen Kulturen eingebracht?

Besonders reflektiert wird der Umgang der Erzieherinnen mit den Kindern:  Ist die Interaktion mit den Kindern vorurteilsbewusst? Geachtet wird auf die Zusammenarbeit mit den Familien: Ist sie vorurteilsbewusst gestaltet hinsichtlich der Familienkonstellationen und Erziehungsmethoden? Werden verschiedene Feste mit Familien gefeiert und alle Familien willkommen geheißen? Werden alle Familien mit den Angeboten erreicht? Auch die Zusammenarbeit im Team wird durchleuchtet: Werden Unterschiede erkannt und bereichert die Verschiedenheit die Kita?

„Der bundesweite Aktionstag ist eine sehr gute Gelegenheit für die Kitas, die eigene Arbeit zu reflektieren und vor allem die erreichten Erfolge sichtbar zu machen“, sagt Fachberaterin Eireen Johne. „Mir ist es wichtig, dass die Kitas ein Statement nach „außen“ tragen. Das Bewusstmachen hat dann wieder eine Wirkung nach innen.“ Bei der vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung reiche es eben nicht aus, selbst der Meinung zu sein, dass man nicht diskriminiert. „Man muss sich aktiv dafür einsetzen, sich ständig reflektieren und Maßnahmen umsetzen.“ Der Film zeige sehr schöne Beispiele aus der Praxis und verdeutliche, wie wichtig dieses Thema in den Kitas und für die Identitätsentwicklung von Kindern ist.

Mit dem Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ stärkt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend seit 2016 alltagsintegrierte sprachliche Bildung, inklusive Pädagogik sowie die Zusammenarbeit mit Familien in den Kitas. Bis Ende 2019 stellt der Bund dafür insgesamt 400 Millionen Euro zur Verfügung. Das Bundesprogramm wurde jetzt bis Dezember 2020 verlängert.

Hintergrundinformationen zum Aktionstag: www.chance-quereinstieg.de/aktionstag/grusswort/