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Jugendliche für Europa-Wahl

Jugendliche bauen ein mobiles Wahllokal für die U-18-Wahl.

Nur noch wenige Tage sind es bis zur Europawahl. Und egal, wie hoch die Wahlbeteiligung diesmal sein wird, fehlen werden auch diesmal wieder die Stimmen der Jugendlichen. Denn nur wer mindestens 18 Jahre alt ist, darf für das Europaparlament abstimmen. Um Jugendlichen den Gang zur Wahlurne trotzdem schonmal schmackhaft zu machen, organisiert der Landesjugendring NRW auch vor der Europawahl wieder die U18-Wahl und setzt sich damit auch für die Absenkung des Wahlalters auf 14 Jahre ein.

Europa-Rap erklärt den Wahlvorgang

Im Rahmen der U-18-Wahl sind Jugendeinrichtungen, Verbände und Schulen in NRW aufgerufen, in ihren Räumen ein eigenes U-18-Wahllokal einzurichten. In Köln beteiligen sich knapp 20 Einrichtungen, eine davon ist das Jugendhaus TREFFER des Diakonischen Werkes Köln und Region. Während der viertägigen Osterferien-Freizeit in Altenkirchen haben 20 Jugendliche eine Klangcollage zum Thema Europa aufgenommen und einen Europa-Rap getextet, komponiert, inszeniert und gefilmt. Anschaulich erklären sie damit die einzelnen Schritte des Wahlvorgangs.

Mobile Wahlkabine für den Einsatz in Schulen

Aus Holz und Pappe entstand eine Wahlurne, die auch im Jugendhaus zur U-18-Wahl genutzt wird. Der Landesjugendring NRW hat einen Wahlurnenwettbewerb ausgelobt, bei dem die kreativsten Wahlurnen der Kinder und Jugendlichen prämiert werden.  Die Jugendlichen haben auch noch eine mobile Wahlkabine gebaut, die Mitte Mai in einigen Schulen im Stadtbezirk Mülheim zum Einsatz kommt.

Marua hat während der Freizeit einiges dazu gelernt: „Ich weiß jetzt, wie man wählen geht. Es ist gut zu wissen, wie das abläuft. Dass es eine Wahlkabine gibt, wodurch keiner sieht, was man wählt und dass man dann den Zettel in eine Box steckt“, sagt die 17-jährige. „So habe ich vor Augen, wie ich mich verhalten muss, wenn ich in einem Jahr volljährig bin und richtig wählen gehen darf.“

Fahrt zum Europaparlament nach Brüssel

Neben dem eigentlichen Wahlakt haben die Jugendlichen während der Ferienfreizeit auch eine Menge über Europa erfahren. „Es war interessant zu erfahren, dass es 28 Länder gibt, die zur EU gehören“, berichtet die 15-jährige Media. Sie freut sich auch schon auf die Fahrt nach Brüssel zum Europaparlament, die das Jugendhaus TREFFER ebenfalls im Mai organisiert: „Da sehen wir, wo die Parteien aus den verschiedenen Ländern zusammen kommen. Das ist aufregend!“

Für alle, die nicht mit auf Freizeit fahren konnten, gab es im Jugendhaus TREFFER einen Europa-Workshop. TREFFER-Leiter Lutz Gebhard sieht in einem offenen Jugendhaus „einen Ort vielfältiger Bildung“. Mit dem vielschichtigen Europaprojekt will er Jugendlichen „einen Zugang zu politischer Bildung ermöglichen“ und sie mit demokratischen Strukturen vertraut machen.

Mit Kreativität, Engagement, Ausdauer und Leidenschaft

Einige Jugendliche präsentieren das mobile Wahllokal in ihrer eigenen Klasse, sie bilden den Wahlvorstand und halten vorab Einführungsreferate zur Europawahl. TREFFER-Leiterin Kristina Kilders ist beeindruckt, „mit wie viel Kreativität, Engagement, Ausdauer und Leidenschaft die Jugendlichen im TREFFER in ihrer Freizeit in den Workshops gearbeitet haben.“ Weil sie „innovative und einzigartige Ergebnisse für andere Jugendliche produziert haben, ist es eine Wahl von Jugendlichen für Jugendliche.“ Alle Aktionen werden durch das Bundesprogramm „Demokratie Leben“ gefördert.

U-18-Wahl bis 17. Mai

Am Freitag, 17. Mai, ist das U-18-Wahllokal dann nachmittags im Jugendhaus TREFFER geöffnet. Die öffentliche Auszählung der Stimmen erfolgt um 18 Uhr. Der Landesjugendring NRW veröffentlicht im Anschluss an die U18-Wahl die landesweiten Ergebnisse und zeigt auf, welche Themen Kindern und Jugendlichen besonders wichtig sind. Alle Infos hierzu unter www.ljr-nrw.de/u18/

Foto: Jugendhaus TREFFER/Tina Kilders