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08.08.2017 00:08 Alter: 13 days

Gestrandet im Kölner Hauptbahnhof


Was tun, wenn ein 10jähriges Mädchen allein am Kölner Hauptbahnhof steht und nicht mehr weiter weiß? Die Kolleginnen der Bahnhofsmission nahmen dem Kind die Angst und brachten es sicher an sein Ziel.

Es war Sonntag, als die 10jährige Jennifer ziemlich aufgelöst in die Bahnhofsmission auf Gleis 1 am Kölner Hauptbahnhof kam. Das Mädchen berichtete, dass ihre Mutter sie allein am Bahnsteig zurückgelassen habe. Sonst würde sie immer warten, bis Jennifer im Zug sitzt, aber dieses Mal hatte sie es nicht geschafft. Die Mutter war hochschwanger und musste schnell weg. Eigentlich hätte sich Jennifer ja ausgekannt. Da sie unter der Woche in einer stationären Jugendeinrichtung untergebracht ist, fährt sie die Strecke regelmäßig und hat Routine. Aber gerade dieses Mal war zwischen Solingen und Wuppertal ein Schienenersatzverkehr eingerichtet und Jennifer wusste nicht, wie sie weiterfahren konnte. Weil ein Unglück selten allein kommt, war bei dem Handy des Mädchens auch noch der Akku leer, so dass weder sie noch die Kolleginnen der Bahnhofsmission die Mutter anrufen konnten, um die Situation zu klären.

Das Team der Bahnhofsmission konnte helfen

„Aber wir konnten das Mädchen beruhigen“, erzählt Simone Beule von der Bahnhofsmission Köln. „Sie durfte mit hinter unsere `Empfangstheke` und fühlte sich aufgehoben bei uns.“ Schließlich gelang es, mit der Jugendeinrichtung in Wuppertal, deren Namen Jennifer immerhin wusste, Kontakt aufzunehmen und das Problem zu schildern. Damit Jennifer nicht ganz alleine in Solingen umsteigen musste, organsierten wir ihr eine Zugverbindung über Düsseldorf. Die Kolleginnen der dortigen Bahnhofsmission begleiteten sie dann vom Zug zum Bus und informierten die Wuppertaler über Jennifers Ankunftszeit.

„Was sich relativ leicht und locker liest, hat uns über mehrere Stunden beschäftigt“, resümiert Simone Beule und fügt hinzu: „Wir waren alle sehr froh, als wir abends die Rückmeldung aus Wuppertal erhielten, dass Jennifer dort gut angekommen sei.“ Eine weitere Überraschung gab es einige Wochen später. Wieder stand Jennifer in der Bahnhofsmission. Aber dieses Mal hatte sie ihr neues Geschwisterchen und ihre Mutter mitgebracht, die sich für die Hilfe bedankte.

Wer sich für ein ehrenamtliches Engagement in der Bahnhofsmission Köln interessiert, kann mit der Leiterin Corinna Rindle Kontakt aufnehmen: corinna.rindle(at)invia-koeln.de.


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