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13.12.2016 09:32 Alter: 104 days

"Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“


Die drei Mädchen aus Äthiopien werden im Familienzentrum PiccoPänz betreut. Foto: Jürgen Schulzki

von links: Eireen Johne, Martina Nordhoff-Hintze, Helmut Nowak, Beate Bieber

Um sich über das Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ in der Praxis zu informieren, besuchte der Bundestagsabgeordnete Helmut Nowak das Familienzentrum „PiccoPänz“ in Köln-Holweide. Mit dem Bundesprogramm stärkt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend alltagsintegrierte sprachliche Bildung, inklusive Pädagogik sowie die Zusammenarbeit mit Familien in den Kitas. Von 2016 bis Ende 2019 stellt der Bund dafür insgesamt 400 Millionen Euro zur Verfügung.

Integration von Kindern aus verschiedenen Ländern fördern

„Mir ist wichtig, vor Ort zu erfahren, durch welche Methoden der Bund die Integration von Kindern aus verschiedenen Ländern  fördert“, so Nowak.  Die Familien der Kinder, die das „PiccoPänz“-Team betreut, stammen aus mehr als 20 verschiedenen Ländern. Das Familienzentrum ist eines von insgesamt fünf Einrichtungen in Trägerschaft des Diakonischen Werkes Köln und Region, die am Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ teilnehmen.

Zusätzliche Fachkraft mit halber Stelle

Die Bundesförderung ermöglichte es dem Fachdienst „Tageseinrichtungen für Kinder“, eine zusätzliche Fachkraft mit einer halben Stelle für den Zeitraum 2016 bis 2019 einzurichten. Die neu gewonnene Fachberaterin Eireen Johne erläutert ihren Auftrag so: „Ich unterstütze kontinuierlich und prozessbegleitend die Qualitätsentwicklung in der ´Sprach-Kita´ und passe die Weiterbildungsthemen an die individuellen Bedürfnisse der jeweiligen Einrichtung an. Dabei lege ich ein besonderes Augenmerk auf die vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung in den Kitas.“

„Sprache ist der Schlüssel zu gleichen Bildungschancen - für alle Kinder von Anfang an.“

Im Familienzentrum PiccoPänz informierten Kita-Leitung Martina Nordhoff-Hintze, Erzieherin Beate Bieber und Fachberaterin Eireen Johne den Politiker Helmut Nowak, wie das Bundesprogramm im Kita-Alltag umgesetzt wird: Auf spielerische Weise nutzen die Erzieherinnen vor allem alltägliche Routinesituationen gezielt, um mit den Kindern ins Gespräch zu kommen. Sie unterstützen sie in ihrer individuellen Sprachentwicklung und vergrößern so ihren Wortschatz. Sie halten Beobachtungen und Entwicklungen genau fest, tauschen sich im Team darüber aus und informieren die Eltern regelmäßig über die Fortschritte ihres Kindes.

Martina Nordhoff-Hintze berichtete, dass der Erwerb der deutschen Sprache für die Kinder aus Familien mit nicht-deutscher Muttersprache neue Lebenswelten eröffne und deshalb die muttersprachlich deutschen Kinder als Sprachvorbilder sehr wichtig seien. „Sprache ist der Schlüssel zu gleichen Bildungschancen für alle Kinder von Anfang an.“

Bücher in vielen Sprachen: türkisch, arabisch, polnisch…   

Auch die sprachliche Vielfalt gehöre zum Kita-Alltag, erläuterte Beate Bieber.  So gibt es bei den „PiccoPänz“ eine ganze Reihe türkischer Bücher, außerdem auch Bücher auf arabisch und in afrikanischen Sprachen, französische und englische, polnische und russische und viele mehr. „Jedes Jahr überprüfen wir, ob Kinder mit neuen Sprachen dazu gekommen sind und ob es entsprechende kindgerechte Bücher gibt, auch damit sich die Familien angenommen fühlen. Diese Sprachenvielfalt mittels Kinderbüchern ist ein Teil unserer gelebten Willkommenskultur.“

2017 gehen weitere „Sprach-Kitas“ an den Start

Neben dem Familienzentrum PiccoPänz nehmen derzeit noch folgende Einrichtungen des Diakonischen Werkes Köln und Region am Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ teil: die Familienzentren Bilderstöckchen und Am Kölnberg sowie die Tageseinrichtungen für Kinder Neue Kempener Straße in Köln-Mauenheim und Buchholzstraße in Köln-Stammheim. Insgesamt besteht der Verbund aus 10 Kitas in unterschiedlicher Trägerschaft sowie weiteren Kitas im Bewerbungsverfahren der 2. Förderwelle des Bundesprogramms.

Ansprechpartnerin für die Umsetzung des Bundesprogrammes im Diakonischen Werk Köln und Region ist Eireen Johne, erreichbar per E-Mail eireen.johne(at)diakonie-koeln.de.

Weitere Informationen zum Bundesprogramm:
www.fruehe-chancen.de/sprach-kitas.de

 

 


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